Home » Allgemein 综合信息, china art | 艺术

Ang Lee: Gefahr und Begierde (Lust, Caution) 色 戒

7 Dezember 2009 2.347 views No Comment

lust_caution_ver2_posterAuthor: Eileen Chang, 张爱玲
Regie: Ang Lee
Darsteller: Tony Leung, Tang Wie u.a.

http://www.youtube.com/watch?v=CizN-DvGhrc

Über diesen Film habe ich vor einiger Zeit bereits in einer chinesischen Zeitung gelesen. Es hat mich nicht besonderes interessiert. Schon allein den Namen, so abstrakt, so buddhistisch, fand ich komisch. Ich mag persönlich nichts was künstlich wirkt, aber Film ist nun mal das Produkt der Kunst. Wobei dies in diesem Fall den deutschen Zuschauern, die nicht tief mit der chinesischen Kultur und Sprache vertraut sind, wahrscheinlich nicht besonderes auffallen wird. Als ich von der Handlung des Film gelesen habe, musste ich lange nachdenken, warum der Regiesur auf diesen Name gekommen ist. Wenn es ein einfacher Spionagefilm wäre, kann ich es noch verstehen. Die deutsche Übersetzung des Filmtitels lautet: Lust, Caution bzw. Gefahr und Begiede. Man kann nicht sagen, dass die Übersetzung falsch ist. Aber irgendwie fehlt da der ursprüngliche Sinn. Es liegt wahrscheinlich daran, dass die Übersetzung zu direkt ist. Es fehlt jeder Hauch der chinesischen Kultur. Mir ist auch in einem solchem Moment erst richtig bewusst, wie weit auseinander die chinesische und westliche Kultur liegen. Bei uns handelt es sich um einen feststehenden Ausdruck, der aus dem Buddhismus stammt. Die chinesische Filmbezeichnung verleiht ihm etwas geheimnisvolles. Jeder chinesische Zuschauer kann sich nach seiner eigener Lebenserfahrung unter den zwei Wörtern etwas für sich vorstellen. Die zwei Wörter enthalten zwei wichtig buddhistische Lehren bzw. Verbote. Nach meinem Sprachgefühl muss es soviel wie Verführung und Verbot bedeuten – wobei ich jedoch kein Buddhist bin, und auch keine buddhistischen Schriften intensiv studiert habe.

Ich habe den Film dann doch irgendwann im Internet angeschaut, weil eine Freundin mir empfohlen hat, ich solle ihn unbedingt anschauen. In dem Film spielt einer meiner Lieblingsschauspieler mit, und so habe ich mir die Zeit genommen.

Ich habe die chinesische verkürzte Version gesehen. An der Schauspielkunst habe nichts auszusetzen. Alle haben sehr gut gespielt. Aber die Frage stellt nach wie vor für mich, was ist in dem Film gemeint mit der Lust? Und was ist das Verbot gewesen? Den Film allein auf die sexuelle Ebene zu reduzieren, die Antwort in der Leidenschaft und in der Liebe zu suchen, scheint mir sehr oberflächlich. Die junge Studentin hat im Auftrag den Chef der Geheimpolizei verführt und ihn schließlich umbringen sollen. Er hat in der Liebesbeziehung gelernt, sich zu öffnen und sie zu lieben, und hat sein Grundprinzip – keinem Menschen zu trauen – gebrochen. Es könnte an dieser Stelle gut gehen. Es könnte doch so sein, dass sie beschließt, sich nicht mehr an dem Mord an ihn zu beteiligen. Es könnte doch so sein, dass er ihretwegen nicht mehr böse bleibt. Aber unser Film heißt nun mal: Lust, Caution. So muss dieser Film auch mit einem tragischen Ende präsentiert werden. Die junge Studentin hat sich ebenfalls von seiner Liebe verführen lassen, ihre Trauer hat wiederum sie verraten. Dafür muss sie mit ihrem Leben zahlen.

Um den Film richtig zu verstehen, habe ich mir überlegt, muss ich wohl doch mehr über den Herkunft des Filmtitels wissen, am bestens aus kommentierten buddhistischen Schriften. Und den Film werde ich noch mal anschauen. Vielleicht das nächste Mal in der richtigen ungekürzten Version.

Leave your response!

Add your comment below, or trackback from your own site. You can also subscribe to these comments via RSS.

Be nice. Keep it clean. Stay on topic. No spam.

You can use these tags:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

This is a Gravatar-enabled weblog. To get your own globally-recognized-avatar, please register at Gravatar.