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Buch Rezession: Das Tagebuch der Jane Somers

5 Februar 2012 898 views No Comment

Buch Rezession: <<Das Tagebuch der Jane Somers>> von Doris Lessing

2007年诺贝尔文学奖多丽丝•莱辛作品选读 (德文)

Das ist das erste Buch von Doris Lessing, das ich gelesen habe. Doris Lessing hat im Jahr 2007 den Nobelpreis für Literatur bekommen, durch Medienberichten bin ich auf sie aufmerksam geworden, seitdem war ich gespannt darauf, ihre Bücher zu lesen.

Bevor ich mit dem Lesen dieses Buches angefangen habe, habe ich mir die Frage gestellt, wie schreibt Doris Lessing? Was ist ihre Besonderheit bzw. ihr Schreibstill? Sowie, worum handelt das Buch? Welche eigenen Erfahrungen von der Autorin könnten in dieses Werk eingeflossen sein?

Nach dem ich jetzt das Buch gelesen habe, kann ich folgendes dazu sagen bzw. niederschreiben.

Das Buch handelt sich, um die persönliche Entwickelung einer modernen, berufstätigen Frau in Bezug auf ihre emotionale, zwischenmenschliche Beziehung. Die Protagonistin heißt Jane Somers. Jane hat sich früher fast ausschließlich mit ihrer Arbeit als Herausgeberin einer Frauzeitschrift identifiziert, sie hat gerne viel arbeitet, war kaum für Ihren Mann und ihre Mutter da, auch als sie krank waren. Sogar das Sterben von den Beiden hat Jane nicht richtig gerührt. Jane lebte emotional auf Distanz zu ihren Mitmenschen. Erst viele Jahre später, als sie eines Tages anfing, sich um die alte pflegen bedürftige Frau, Maudie, zu kümmern, lernte sie eine Bindung zu anderen Menschen aufzubauen. Maudie war über neunzig, hatte ein hartes Leben und lebte allein und fast verwahrlos. Sie sollte längst in ein Pflegeheim, möchte ihr Zuhause aber nicht verlassen. Anfänglich besuchte Jane Maudie nur kurz nach der Arbeit, kaufte für sie ein, aber nach und nach, verbrachte sie immer mehr Zeit bei ihr. Maudie erzählte Jane ihre Lebensgeschichten aus der Vergangenheit, über die schlimmen Jahren, die sie erlebt hatte, und freundete sich bald mit Jane an. Das regelmäßige Beisammensein führt dazu, dass Jane Maudie ins Herz schloss. Sie lernte zum Ersten mal im Leben für Jemanden da zu sein, und zog sich immer mehr vom Beruf zurück, nahm sich dafür immer mehr Zeit für Maudie, die Sie viel mehr gebraucht hat und auch inzwischen viel Wichtiger für sie geworden ist. Jane pflegte Maudie solange, bis Maudie einige Monate später wegen Darmskrebs starb.

Der Autorin ist es gelungen, die Protagonistin im ersten Teil des Buches als leidenschaftliche Karrierefrau darzustellen. Jane zog immer das Richtige im Büro an; sie legte am Sonntag die Kleider raus, die sie in der nächsten Woche anziehen würde… Auch die Reaktion von Jane über das Sterben von ihrem Mann und ihrer Mutter – „es war unfair“ – traf den Punkt. Jana war ein Mensch, wie viele andere, der sich ausschließlich mit sich beschäftigt und nicht in der Lage war, Mitgefühle für Mitmenschen zu entwickeln. Jana war Bindungslos. Die Begegnung mit der alten kranken Maudie hat jedoch ihre verbogene Zärtlichkeit aufgeweckt. Die arme Maudie brauchte Hilfe, von allem brauchte sie Menschen die sie lieb haben. Durch die Fürsorge für Maudie und schließlich die Sympathie, die sie für Maudie empfand, lernte Jane die alten Menschen überhaupt wahrzunehmen. Diese persönliche Erfahrung ermöglichte schließlich auch, dass Jane ihre Nichte bei ihr aufnahm und sich mit ihr die Wohnung teilte. Jane hat eine Wandelung in ihrer Lebens- Philosophie durch erlebte. Am Ende des Buches brach Jane die emotionale Blockade auf, und weinte der toten Maudie nach.

Was mich persönlich an dem Buch gestört hat, waren die Zwischenerzählungen, wie Jane sich neben Maudie auch um andere alte Menschen gekümmert hat, und die spätere Darstellung, wie Maudie im Heim war. Diese Passagen wirkten auf mich sehr vom eigentlichen Thema abgewichen, und irritierten und verwirrten mich sogar. Außerdem ist mir bei dem Buch, jedenfalls bei ersten Durchlesen, nicht ganz klar geworden, wie Jane auf die Idee gekommen ist, sich um pflegebedürftigte Menschen zu kümmern? Hierfür fehlte im Buch die nähere Erklärung, so dass dem Leser dieser Charakter-Übergang von Jane nicht ganz plausibel erscheint.

Nichtsdestotrotz finde ich das Buch gut. Vor allem eignet sich das Buch insbesondere für eine Lesergruppe aus beruftätigen Frauen, heranwachsende Berufseinsteigern, angesichts der im Buch thematisierten emotionalen Wandelung. Ansonsten kann ich das Buch nur Jeden empfehlen, die sich für das Thema zwischenmenschliche Beziehung interessiert. Es ist außerdem eine Bereichung an Erfahrung, da wenige Bücher die Welt der älteren Menschen überhaupt näher beschreiben, somit lernt der Leser durch das Buch, die alten Menschen von anderen Aspekten zu kennen.

(15 DM, ISBN 3-442-72156-3,btb Goldmann Verlag; 2. Auflage August 1997)

vorgestellt von Ying-Ina Schulz, gelesen am 29.01.2012

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